Erfolgreiche Länderspielserie endet mit 2 Siegen für Österreich

von Sabine Blemenschütz

Zuerst die Damen

Im 3. und letzten Spiel in dieser Länderspielserie ist es vor allem Stella van Rahden zu verdanken, dass der Halbzeitstand 0:0 lautet - sie rettet die Österreicher gleich zwei Mal vor einem möglichen Rückstand. Auch in diesem Spiel scheitert es nicht an Kampfgeist und gutem Willen der Österreicherinnen, sondern mehr an den kleinen technischen Fehlern, die wenig Spielfluss aufkommen lassen.

Gerade diese "unforced errors" und die nach der langen Pause fehlenden Automatismen verhindern eine Sicherheit im Passspiel. Dennoch fühlt man auch in diesem Spiel den vorhandenen Ehrgeiz der jungen Truppe - sie kämpfen um jeden Ball und das wird auch im 3. Viertel belohnt. In der 34. Minute profitiert Liv Heindl von einer schönen Auflage durch Buchta und die Jüngste im Team erzielt ihr 1. Tor in der Nationalmannschaft. Der Treffer von Laura Kern zum 2:0 erfolgt in der 42. Minute. 

Heute nützen auch die Schweizerinnen ihre Chancen und erzielen im letzten Viertel den vielumjubelten Anschlusstreffer - das Endergebnis lautet 2:1 für Österreich

AUT vs SUI 2:1 (0:0) 
Tore AUT: Heindl, Kern 
Tore SUI: Triebold

Headcoach Chris Faust freut sich vor allem über einen gelungen Mix zwischen jungen Debütantinnen und den Arrivierten in der Mannschaft: "Die Stimmung in der Mannschaft war sehr gut und die Jungen sind super integriert worden. Leider fehlt uns ein breiterer Mittelbau an Spielern zwischen 22 und 26 Jahren, die eine zusätzliche Routine einbringen. Wir können nur auf unseren talentierten Nachwuchs setzen und die haben ihre Sache an diesem Wochenende wirklich gut gemacht - da bin ich richtig stolz auf sie.

Wir haben zwar noch viel Arbeit vor uns, müssen auch mehr an Stabilität im Spiel gewinnen und die Fehleranfälligkeit verringern. Aber für den Start nach 20 Monaten Pause war das schon einmal ein guter Einstieg. Wichtig ist für die Mädels, dass sie zu mehr Spielen auf einem höheren Niveau kommen, als in der österreichischen Meisterschaft möglich ist. Nur dann können sie auch dazulernen und Erfahrung sammeln." 

Herren siegen 3:2

Auch Teamchef Hans Szmidt zieht eine positive Bilanz nach diesem Wochenende: "Man muss einfach sehen, dass wir an diesem Wochenende auf 9 Legionäre verzichtet haben. Dafür konnten wir viele Spieler aus dem Perspektivkader einsetzen - bis auf wenige Ausnahmen war hier ein U21-Kader, teilweise sogar Spieler aus der U18, im Einsatz. Ich war sehr zufrieden mit der Leistung dieser jungen Mannschaft. Natürlich gab es Abstimmungsprobleme im taktischen Bereich, aber kämpferisch und läuferisch war das schon ein guter Einstand. Wichtig wird es sein den richtigen Mix bis zur Europameisterschaft zu finden."

Das Spiel gestaltet sich insgesamt heute viel offener als am Vortag, geschuldet auch der Taktik, dass Österreich heute mehr offensiver spielte und ins Pressing ging. Das Spiel startet zunächst aber mit einem Tor der Schweizer - das Spiel ist kaum 3 Minuten alt, bekommen sie eine kurze Ecke zugesprochen und aus dieser erzielt Brönnigmann das 0:1. Die österreichischen Herren haben Schwierigkeiten in das Spiel zu finden und müssen in dieser Phase froh sein nicht noch mehr in Rückstand zu geraten.

Viel besser gestaltet sich das 2. Viertel. Die Hausherren übernehmen ganz klar das Kommando über das Spiel und in der 24. Minute kann Fabian Unterkircher per Ecke auf 1:1 ausgleichen. In der 28 Minute eine "Bilderbuch-Aktion" - Tobi Mayer gelingt ein langer Pass in die Tiefe, der von Loser perfekt angelaufen wird. Schnelle Mitnahme und ein idealer Pass in den Schusskreis. Hannes Podpera lupft den Ball mit der kleinen Rückhand über den Schläger des Verteidigers und scort trocken zur 2:1-Führung.

Das 3. Viertel wogt hin und her mit Chancen auf beiden Seiten. Das Spiel wird zunehmend zerfahrender, auf beiden Seiten schwächen sich die Mannschaften durch einige Karten. Es dauert bis zur 50. Minute bis das nächste Tor fällt - eine Unachtsamkeit, verbunden mit einem Deckungsfehler in der österreichischen Verteidigung, gibt einem schweizer Spieler die Möglichkeit alleine auf das Tor zu laufen. Er lässt dich diese Chance nicht entgehen und stellt auf 2:2.

Doch die Österreicher wollen das Spiel gewinnen - sie pressen früh und trotz zweifacher Unterzahl. spielen sie einen schnellen Konter über Kaltenböck. Sein Antritt kann nur mehr regelwidrig gestoppt werden. Die dafür verhängte kurze Ecke wird mit dem Fuß auf der Linie gestoppt und es gibt Penalty. Kaltenböck tritt an und trifft - scharf, flach, hart - zum 3:2-Endstand.

Somit endet das Wochenende sehr positiv für Österreich. Ein großer Dank geht an die Schweiz, die trotz Pandemie die Reise auf sich genommen hat. Und alle wurden belohnt, mit der Möglichkeit internationale Wettkämpfe unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen austragen zu können.

Danke auch an den Veranstalter Wiener Neudorf, die sich eine Eröffnung ihres neuen Kunstrasenplatzes anders erhofft hatte, aber für alle Rahmenbedingungen gesorgt hatte.

Der schnelle Konter über Kaltenböck kann nur mehr regelwidrig kurz vor dem Kreis gestoppt werden

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