Cedric D'Souza ist neuer Trainer der ÖHV-Herren

60-jähriger Inder übernimmt für den nächsten Olympiazyklus

Österreichs Hockey-Herren haben einen neuen Teamchef: Mit Wunschkandidat Cedric D’Souza konnte der ÖHV einen ganz dicken Fisch an Land ziehen. Der 60-jährige Inder wird ihm nächsten Olympiazyklus für Österreichs Herren- und U21-Nationalteam verantwortlich sein. Amtsantritt des Startrainers ist im März 2016. Schon zuvor wird D’Souza im Oktober 2015 in Wien anwesend sein und erste Gespräche bzw. Planungen mit den ÖHV-Verantwortlichen durchführen.

Auf D’Souza warten einige große Aufgaben. Die World-League Saisonen 2016/2017 und 2018/2019, die als WM- bzw. Olympia-Qualifikation dienen, sind dabei die größten Ziele, wo der ÖHV den letzten Schritt zur Teilnahme setzen will. Dazu kommen noch die A-Europameisterschaft 2017 in Amsterdam, die U21-Weltmeisterschaft in seiner Heimat Indien im Dezember 2016 und die U21-A-Europameisterschaft 2017.

Vier Jahre als indischer Teamchef und Titel in Österreich
Die Hockeykarriere von Cedric D’Souza ist beeindruckend. Zuletzt war der ehemalige Tormann als Cheftrainer der Delhi Wave Riders in der Hockey India League aktiv, holte dort 2014 den Titel. Zuvor war D’Souza unter anderem von 1994 bis 1996 und nochmals von 2000 bis 2002 Nationaltrainer Indiens und von 1996 bis 2003 im indischen Verband auch Executive Director für Coaching, Koordination und Planung. Die größten Erfolge dieser Zeit waren Platz acht bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 und Platz fünf bei der Weltmeisterschaft 1994 in Sydney.

Von 2003 bis 2009 hatte D’Souza dann die Führung des griechischen Nationalteams in der Hand, ehe er 2010 erstmals nach Österreich kam. Hier blieb er als Trainer der Arminen-Herren bis 2013 und führte den Verein dabei zum ersten Feldmeistertitel seit 1988.

Parallel zu seiner Tätigkeit in Österreich wird D’Souza in Abstimmung mit dem ÖHV und sofern terminlich möglich weiterhin Trainer der Delhi Wave Riders in der Hockey India League bleiben und auch weiterhin als Hockeykommentator aktiv sein, was er für ESPN und Star Sports schon seit 1996 immer wieder war.

Laskowski bleibt für die Halle
Cedric D’Souza wird sich im ÖHV allerdings ausschließlich auf Feldhockey konzentrieren. Für die Halle wird weiter Tomasz Laskowski die Verantwortung tragen. Der Ex-Nationalspieler, der zuletzt EM- und WM-Silber holen konnte, wird die ÖHV-Mannschaften dort in die EM-2016, die auch die WM-Quali ist, führen und 2017 mit der U21 zur Mission Titelverteidigung bei der Europameisterschaft antreten.

Cedric D’Souza über
Österreichs Hockey: „Nach drei Jahren bei der SV Arminen, in denen ich mit vielen aktuellen Nationalspielern gearbeitet habe und das ÖHV-Team beobachten konnte, weiß ich, dass eine unglaubliche Entwicklung stattgefunden hat. Es ist zwar eine junge Mannschaft, aber die Kurve geht steil nach oben. Dass wir Legionäre in Deutschland, Holland und Belgien haben zeigt die große Qualität der Spieler, die mit den Besten der Welt mithalten können.“

Seine Ziele in Österreich: „Es gibt viele Ziele für das Nationalteam, das obere Ende unseres Leistungsspektrums. Wir wollen bei der A-Europameisterschaft mithalten können und uns am Ende für die Olympischen Spiele 2020 qualifizieren. Dahin wird uns nur unermüdliche und harte Arbeit, Einsatz und systematische Planung bringen. Es ist mir aber wichtig anzumerken, dass wir auch die Basis nicht vergessen dürfen. Dort liegt die Zukunft und wir müssen Zeit und Energie investieren um sicherzustellen, dass die Dichte größer wird und der Nachschub an talentierten jungen Spielern nie nachlässt. Ein weiterer wichtiger Punkt für mich ist, ein gutes und offenes Verhältnis zu den Vereinstrainern zu haben. Ich möchte, dass sie wissen und spüren, ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung eines starken Nationalteams zu sein.“

Die Entscheidung für Österreich: „Ich habe andere Angebote abgelehnt, da mein Herz in Österreich ist. Meine Einschätzung der Mannschaft, deren Potenzial riesig ist, mein Glaube an ihr Potenzial und ihre Fähigkeiten, die Ziele die wir teilen und das Verhältnis, dass ich zu vielen Spielern, Funktionären und Eltern habe, ist bekannt. Ich habe keine „Rocket Science“ gebraucht, um zu wissen, wie meine Entscheidung ausfallen muss. Ich fühle mich großartig und freue mich sehr auf die Aufgabe in den nächsten vier Jahren. Ich möchte so unermüdlich und effektiv wie möglich arbeiten, die Latte immer höher legen und eine Mannschaft formen, die am höchsten Level wettbewerbsfähig ist und gegen jeden Gegner bestehen kann. Ich möchte mich auch bei meinem Vorgänger Tomasz Laskowski für die tolle Arbeit bedanken und wünsche ihm nur das Beste für seine Zukunft. Dem ÖHV möchte ich für das Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten danken. Ich werde nur mein Bestes geben.“

„Der absolute Wunschkandidat“
Walter Kapounek (ÖHV-Präsident): „Mit der Verpflichtung von Cedric D’Souza ist uns ein sensationeller Coup gelungen. Er ist einer der anerkanntesten Hockeyfachleute der Welt und kann der entscheidende letzte Schritt am Weg zu den Olympischen Spielen werden. Mit Tomasz Laskowski haben wir einen hervorragenden Weg eingeschlagen, den wir jetzt mit Cedric D’Souza fortsetzen wollen. Wir arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran, diesen Traum zu verwirklichen und setzen mit seiner Verpflichtung den Startschuss in die nächste Phase. Cedric D’Souza kennt außerdem Österreichs Hockey bereits aus seiner Zeit bei der SV Arminen. Für den ÖHV war er der absolute Wunschkandidat. Wir blicken mit großer Zuversicht in die Zukunft.“

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