Historie des Hockeysports

Vorwort

von Sabine Blemenschütz (2018)

Seit mehr als hundert Jahren wird in Österreich Hockey gespielt, seit mehr als hundert Jahren existiert der Österreichische Hockeyverband. Wie hat alles begonnen mit diesen oft be­lächelten Menschen, die mit einem gebo­genem Stock gebückt einem Ball nachja­gen? Was hat sich in den letzten Jahren verändert und was zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Hockeys?

Auf diese und auf einige andere interessante Fragen soll diese historische Aufbereitung eine Antwort geben. Hinter jeder Geschichte steht die individuelle Lebensgeschichte der Hockey­spieler, der Funktionäre und der Verei­ne. Diese Lebensgeschichte(n) in größere gesellschaftliche Veränderungsprozesse einzuordnen und in die Geschichte des Hockeysports einzubauen macht jede Beschäftigung mit der Vergangenheit in­teressant.

Es ist daher genauso wichtig in einer der­artigen Zusammenfassung, neben den offiziellen Geschehnissen, auch die alltäglichen Anekdoten zu berücksichtigen. Auffallend an der Geschichte des Hockey­sports in Österreich ist die Tatsache, dass sich gewisse Phänomene verfolgen las­sen und sich - trotz unter­schied­licher gesellschaftlicher und politischer Zeit - nur wenig verändert haben.

Mir persönlich war es ein besonderes Anliegen die große Geschichte hinter dem von uns allen geliebten Hockeysport vor allem der jüngeren Generation zugänglich zu machen. Das Festhalten historischer Begebenheiten und die Auseinander­setzung mit der eigenen Geschichte sollte als Quelle möglicher Orientierungspunkte für zukünftiges Handeln gelten. Außerdem hätte ich es schade gefunden, wenn viele geschichtliche Anekdoten nicht mehr nach­voll­ziehbar gewesen wären. 

Thomas Blimlinger

Großer Dank gilt an dieser Stelle Thomas Blimlinger, ehemaliger AHTC-Spieler, der in mühevoller Kleinarbeit und unter Beteiligung vieler Helfer im Jahr 1988 - anlässlich "75 Jahre Österreichischer Hockeyverband" eine Broschüre verfasst und den Großteil der älteren Hockeygeschichten zusammengetragen hat. Ohne seine Arbeit, wäre diese Aufbereitung nicht möglich gewesen - viele Passagen wurden aus dieser Broschüre auch einfach übernommen.

Sehr nachdenklich stimmen die vielen Parallelen aus der geschichtlichen Vergangenheit bis in die heutige Zeit  - welche Chancen wurden wann vergeben oder nicht genutzt? Oder konnte es gar nicht anders laufen? An welchen Rädchen oder Schräubchen hätte man zu welchem Zeitpunkt wohl drehen müssen? Oder ist und war alles goldrichtig - im wahrsten Sinn des Wortes! Eines ist jedenfalls klar - im Nachhinein haben es schon immer alle besser gewusst! Viel wichtiger ist es aber im Vorfeld den Mut zu Visionen zu haben und dann auch noch die Kraft und Energie diese wirklich umzusetzen!

Dr. Horst Ehmsen (gest. 2008)

Der größte Dank gilt den „Historikern“ und Zeitzeugen der Vergangenheit, allen voran - in memoriam - Dr. Horst Ehmsen und Hermann Minar, die ihre Anekdoten schon zu Lebzeiten immer gerne teilten und viele Fundschätze an Manfred Eitenberger übergaben mit der Bitte, die Ver­gangen­heit zu digitalisieren - ohne sie würden viele Fotoarchive am Dach­boden verschimmeln. Danke für die "Bewahrung"!

Manfred Eitenberger wiederum hat mit seiner akribischen Detailarbeit etliche Daten und Fakten recherchiert, Primärquellen überprüft und Ergebnisse übersichtlich zusammengefasst. Diese Arbeit ist noch lange nicht beendet, aber immerhin gibt es mittlerweile eine lückenlose Aufzeichnung der Meistertafel und eine fast fertige Statistik aller Länderspiele der Herren mit allen Kaderspielern. 

Auch die HC Wien Chronik hat manchen Sachverhalt sehr hilfreich beleuchtet. Ich habe auch bereits mit einigen anderen Vereinen Kontakt aufgenommen und es wurden mir weitere Zeitdokumente versprochen.

Demnächst wird es auch eine digitale Zusammenfassung aller veröffentlichten Hockeynachrichten geben - hier sind wir noch auf der Suche nach einigen fehlenden Jahrgängen - auch dazu ist die Unterstützung aller gefragt!

Zum Inhalt ist noch zu sagen, dass einige Meilensteine der Geschichte als Gesamtpaket dargestellt wurden, auch wenn es nicht komplett in die chronologische Struktur passt. Es war hier wichtiger das Gesamtbild darzustellen. Einige Kapitel der jüngeren Geschichte müssen erst recherchiert werden und werden in der nächsten Zeit noch wachsen. Hier wurde eine Initiative gestartet, dass es auch in Zukunft noch nachvollziehbare Zeitdokumente existieren werden.

Sollten sich Fehler in die Texte eingeschlichen haben, entschuldige ich mich gleich im Vorhinein und bitte um „sachdienliche Hinweise“ - all jene, die Fotos oder ergänzende Beiträge liefern wollen, mögen dies bitte tun - die verfügbaren Unterlagen waren in manchen Bereichen sehr beschränkt!

So - und nun taucht mit mir gemeinsam endlich in unsere geschichtliche Vergangenheit ein ...