Herren-EM II: Gold für Österreich

von Sabine Blemenschütz

Beide Mannschaften neutralisieren sich gegenseitig. Österreich spielt primär aus einer gesicherten Halbfelddeckung und macht die Räume eng. Schottland findet keine Fenster zum Durchbrechen, hat aber mehr Spielanteile und mehr Ballbesitz. Gefährlich wird es immer dann, wenn es zu Ballverlusten im Spielaufbau kommt.

So auch nach 7 Minuten die Riesenchance für Schottland auf die Führung - schneller Konter der Schotten, aber Szymczyk ist zur Stelle. Das 1. Viertel endet 0:0. Auch das 2. Viertel startet mit wenig Torchancen auf beiden Seiten. In Minute 21 reagiert Unterkircher nach einem Ballverlust der Schotten am schnellsten, überspielt einen Gegenspieler am Kreisrand, aber sein Schuss geht knapp am Tor vorbei. 3 Minuten später fälscht Robert Bele den Ball Richtung Tor ab, aber der schottische Tormann reagiert blitzschnell.

Österreich spielt sichere Passkombinationen in der Defensive, aber entscheidende Bälle nach vorne sind Seltenheit. Aufgrund der defensive Spielweise der Österreicher haben die Schotten auch in diesem Viertel viel Ballbesitz ohne nennenswerte Chancen zu verzeichnen. 30 Sekunden vor der Halbzeit dann eine Schrecksekunde für die Österreicher - ein vom österreichischen Verteidiger abgefälschter Ball springt an die Stange und gefährlich zurück in das Spielfeld. Doch Szymczyk verhindert reaktionsschnell Schlimmeres.

In Minute 34 holt Losonci endlich die erste Strafecke für Österreich - unklar ob Uher einen Stecher auf den Reingeber spielen möchte oder den Ball verzieht - es bleibt jedenfalls beim 0:0.

Dann eine höchst umstrittene Situation: zunächst Strafecke für Schottland. Diese wird nicht gut ausgeführt und kommt irgendwie doch zu Struan Walker der halbhoch den Ball mit der Rückhand auf das Tor schießt. 1:0 für Schottland und große Proteste der Österreicher, da die Regel eigentlich besagt, dass der 1. Torschuss nur bis maximal Bretthöhe gespielt werden darf. Die Schiedsrichter ändern aber ihre Meinung nicht und Videobeweis gibt es keinen.

Nun muss Österreich sein Taktik umstellen und offensiver agieren. In weiterer Folge kommt es zu einigen Schusskreisszenen, die aber alle ohne Torerfolg enden.

Das Spiel geht in das entscheidende letzte Viertel und vorerst läuft nur die Zeit ... 8 Minute vor Ende des Spiels kann sich Österreich abermals eine kurze Ecke erspielen. Diese wird von einem schottischen Spieler auf der Linie gehalten - auch hier ist unklar ob Schläger oder Fuß den Torerfolg verhindern. Egal - der Schiedsrichter zeigt auf den 7m-Punkt. Uher tritt an und befördert den Ball Richtung Kreuzecke - Tor und Ausgleich 1:1 für Österreich. 3 Minuten vor Schluss kommt Kölbl noch einmal in aussichtsreicher Position zum Schuss - leider am Tor vorbei.

Die Schotten finden das ganze Spiel über keine Lösung um die Abwehr der Österreicher zu knacken und so bleibt es letztendlich beim 1:1 nach regulärer Spielzeit. Wie bereits im Semifinale entscheidet das Penalty-Shoot-Out über den Sieger.

Unterkircher und Thörnblom treffen - so auch die Schotten. Fröhlich braucht länger als die erlaubten 8 Sekunden - kein Tor und Tormann Szymczyk verhindert die Führung der Schotten. In Folge treffen alle weiteren Spieler und die Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Nun entscheidet Sudden Death - jeder einzelne Fehler kann das Spiel entscheiden. Es steht 6:6 und der schottische Spieler wird gefoult - 7m für Schottland. Alan Forsyth - bester Torschütze bei der EM - tritt an und seinen wahrscheinlich wichtigsten Treffer vereitelt Tormann Szymczyk. Fröhlich ist der nächste Schütze - bleibt cool und trifft - GOLD FÜR ÖSTERREICH!

Platzierung/Endergebnis

1. ÖSTERREICH
2. Schottland
3. Irland
4. Polen
5. Italien
6. Ukraine
7. Schweiz
8. Kroatien

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