Herren-EM II: Österreich steht im Halbfinale

von Sabine Blemenschütz

Ukraine vs. Österreich 1:2 (1:0)
Tore: Dominic Uher (2)

AUT erreicht 5 sec vor Schluss durch das entscheidende Tor von Uher das Halbfinale! Damit wird Dominic Uher auch zum MVP des Spiels gewählt.

Im 1. Viertel passiert nicht viel auf beiden Seiten - ein erstes vorsichtiges Abtasten ohne viel Risiko. Beide Mannschaften agieren aus einer kompakten Verteidigung und es entstehen auch keine großen Schusskreisszenen.

Dafür hat das 2. Viertel viel mehr Feuer. Die erste Riesenchance hat in Minute 16 Innenverteidiger Xaver Hasun: fast einem Penalty Shoot-Out gleich, läuft er alleine über das halbe Spielfeld auf den ukrainischen Tormann zu. Im direkten 1:1 wird er zu weit nach rechts hinausgetrieben und kann den Ball aus spitzem Winkel nur mehr an das Außennetz schupfen.

2 Minuten später - Österreich erarbeitet sich die erste kurze Ecke. Ball kann nicht gestoppt werden und der Konter für die Ukraine läuft: 4 gegen 3 österreichische Verteidiger, der Ball wird ideal auf den freien Mann abgespielt, die Österreicher kämpfen sich im vollen Tempo zurück, doch in der ungeordneten Verteidigung mixen sich die Ukrainer aus zwei einfachen Zutaten ihr Tor 1 Haken + 1 satter Schuss und es steht 1:0 für die Ukraine.

5 Minuten vor der Halbzeit: R. Bele holt die nächste Ecke für Österreich, wieder scheint der Platz schuld am schlechten Eckenstopp. Knapp vor der Halbzeit noch einmal Eckenalarm - unnötiger Rempler der österreichischen Verteidigung wird mit Strafecke für die Ukraine geahndet, doch Szymczyk im Tor der Österreicher wehrt ab.

Es startet das 3. Viertel. Die heimischen Fans vorm Livestream werden schon nervös - 2 Tore müssen unbedingt her, sonst ist er aus der Traum vom World Cup-Qualifier. Doch die Zeit scheint davon zu laufen. Noch 10 Minuten in diesem Viertel und kurze Ecke für Österreich, aber gut verteidigt von der Ukraine. Noch 6 Minuten - wieder Strafecke für Österreich. Zunächst scheitert Uher doch im 2. Versuch gelingt das Tor und damit auch der ersehnte Ausgleich.

Die Österreicher müssen offensiver agieren, doch auch die Ukraine stört immer wieder schon sehr zeitig den Spielaufbau der österreichischen Verteidigung. Der Ball wird von links nach rechts gespielt, aber die eigenen Stürmer findet man nicht wirklich. Und wenn doch einmal der Ball nach vorne kommt, dann stehen die Stürmer vor einer blauen Wand. Unterkircher erkämpft sich Bälle und rackert, doch als Ergebnis bleiben leider nur vergebene Chancen. Es ist zum Verzweifeln, denn schon lange ist Österreich die spielbestimmende Mannschaft, aber das Runde will nicht in das Eckige. 

Das letzte Viertel muss die Entscheidung bringen. Bei Unentschieden ist die Ukraine weiter, bei einem Sieg stehen die Österreicher im Halbfinale. Noch 12 Minuten - wieder Unterkircher, der die nächste Strafecke holt - leider nix! Noch 6 Minuten, das gibt es ja nicht, Binder holt sich eine gelbe Karte und damit einen Zeitausschluss von 5 Minuten, also Unterzahl bis fast zum Ende des Spiels. Trotzdem riskiert das österreichische Team alles und holt den Tormann vom Spielfeld. "Empty goal" für die Ukraine. Doch die Österreicher sind am Ball, wieder setzt sich Unterkircher durch und scheitert mit seinem Schuss am Tormann.

Noch 1 Minute auf der Uhr. Binder kommt zurück und ein ukrainischer Spieler wird ausgeschlossen, also Überzahl für Österreich. Das Powerplay wird aufgezogen, aber Österreich verliert den Ball an der Seitenoutlinie. Noch 20 Sekunden und Österreich wieder im Ballbesitz. Schneller Ball auf Losonci am Kreis, leichter Rempler in den Rücken und sofort zeigt der Unparteiische die Strafecke an. 5 Sekunden bleiben noch. Wer übernimmt die Verantwortung? Variante Uher angesagt und unglaublich: Österreich ist im Halbfinale - Endstand 1:2 (UKR vs. AUT). 

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