Spanien hat bei der Hockey-Weltmeisterschaft für eine große Überraschung gesorgt und Gastgeber Niederlande im Halbfinale in Amsterdam mit 4:3 besiegt. Damit stehen die Spanier erstmals seit 1998 wieder im WM-Finale.
Die Niederlande erwischten vor heimischem Publikum den besseren Start und setzten Spanien von Beginn an unter Druck. In der 22. Minute belohnte sich das Heimteam: Koen Bijen schloss eine starke Kombination über die linke Seite zur 1:0-Führung ab.
Nach der Pause wendete sich das Blatt. José Basterra brachte Spanien mit einer kleinen Berührung hinter dem Rücken zum 1:1 zurück. Der entscheidende Moment folgte im letzten Viertel: Der Niederländer Duco Telgenkamp sah nach einem harten Schultercheck gegen Xavier Gispert eine zehnminütige Zeitstrafe.
Spanien nutzte die Überzahl eiskalt aus. Basterra erzielte seinen zweiten Treffer, ehe Pepe Cunill per Strafecke auf 3:1 erhöhte. Danach sorgte Basterra mit seinem dritten Tor – diesmal per Siebenmeter – sogar für eine scheinbar komfortable 4:1-Führung.
Die Niederlande gaben sich jedoch noch nicht geschlagen. Jip Janssen verkürzte per Strafecke, und Joep de Mol brachte die Gastgeber gut eine Minute vor Schluss auf 3:4 heran. Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr. Spanien rettete den knappen Vorsprung über die Zeit und feierte einen historischen Erfolg. Spaniens Torhüter Luis Calzado, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde, betonte danach, dass sein Team auch nach dem 4:1 weiterkämpfen musste. Trotz einiger Fehler sei er „sehr stolz“ auf die Mannschaft.
Im zweiten Halbfinale setzte sich Titelverteidiger Deutschland mit 2:1 gegen Argentinien durch. Nach einer ausgeglichenen Partie sorgte Paul-Philipp Kaufmann in der 54. Minute für die Entscheidung. Deutschland steht damit zum zweiten Mal in Folge im WM-Finale.
Das Endspiel Spanien gegen Deutschland findet am Sonntag um 16:30 Uhr in Wavre statt.
In den weiteren Platzierungsspielen belegte Australien Rang fünf nach einem 2:0 gegen England. Belgien setzte sich im Shootout gegen Indien durch und wurde Siebenter. Neuseeland sicherte sich mit einem 6:3 gegen Irland Platz neun. Pakistan gewann nach Shootout gegen Südafrika und wurde Elfter. Frankreich (13.) und Wales (15.) blieben siegreich gegen Japan und Malaysien und komplettierten die Platzierungen.
Bei den Damen fällt schon heute, Samstag, die Entscheidung - die Niederlande trifft um 16:00 Uhr vor heimischem Publikum auf Argentinien.
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